Fit mit Fisch
See-und Süßwasserfische sind ernährungsphysiologisch hochwertige Lebensmittel. Ihr Wert liegt vor allem im hohen Gehalt von tierischem Eiweiß. Der menschliche Körper ist auf eine Reihe von Eiweißbausteinen - den Aminosäuren - durch die Nahrung angewiesen, weil er sie selbst nicht aufbauen kann.
Die unterschiedlichen Aminosäure-Zusammensetzungen von Lebensmitteln bestimmen ihre biologische Wertigkeit. Setzt man die biologische Wertigkeit der Muttermilch mit 100 an, so liegt Fisch bei 93, Kuhmilch bei 89 und Fleisch von Warmblütern bei 87. Mit einer Mahlzeit von 200g Fisch wird der Tagesbedarf an tierischem Eiweiß voll gedeckt.
Fischfleisch enthält fast kein Bindegewebe und ist daher wenig fest. Das Fischfleisch wird dadurch leichter und schneller verdaut als beispielsweise das Fleisch vieler Warmblüter. Die kurze Verweildauer im Magen bedingt ein geringeres Sättigungsgefühl, was aber nicht mit einem geringeren Nährwert verwechselt werden darf.
Fisch war von jeher für Küstenbewohner ein Hauptnahrungsmittel. Fischfang gibt es seit Menschengedenken, die planmäßige Fischzucht ist erst ca.4.000 Jahre alt.
Fisch - gut verdaulich, leicht verderblich
Längst hat sich Fisch von der Fastenspeise zur gesunden Delikatesse gemausert. Fisch gehört zu den wertvollsten tierischen Lebensmitteln, denn Fische sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und leicht verdaulichem Eiweiß. Sie enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren, etwa die Omega-3-Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken. Das Eiweiß im Fisch ist allerdings nicht nur leicht verdaulich, sondern auch leicht verderblich. Sobald der Fisch geschlachtet wird, beginnt sich das Eiweiß zu anderen Substanzen abzubauen, zum Beispiel zu Ammoniak oder Trimethylamin. Nach kurzer Zeit ist es dann mit dem guten Geschmack vorbei: Das Fleisch beginnt zu riechen.
Aufgepasst bei dunklem Fisch
Vorsicht ist vor allem bei Fischen mit dunklem Fleisch wie Heringen,Thunfisch oder Makrelen geboten. Das in ihnen enthaltene Eiweiß wird zu sogenannten biogenen Aminen abgebaut. Wichtigster Vertreter unter ihnen ist das Histamin, das beim Menschen schwere Fischvergiftungen verursachen kann.
Riechender Fisch ist nicht frisch
Ob ein Fisch frisch ist, kann jeder ganz leicht selbst feststellen: Seine Kiemen sollten leuchtend hell- oder dunkelrot sein, keinesfalls aber bräunlich oder gräulich. Die Haut sollte glänzen, natürliche Farben besitzen und nicht zu trocken sein. Der Schleim auf der Haut frischer Fische ist klar und durchsichtig.
Ein Blick in die Augen
Schönen, metallischen Glanz sollten die Augen haben.
Welchen Fisch kann man unbedenklich essen?
Da die Fischbestände dramatisch sinken und immer mehr Arten vom Aussterben bedroht sich, steigt unter den Verbrauchern die Nachfrage nach nachhaltig gefangenem Fisch. Doch welchen Fisch kann man bedenkenlos kaufen und welchen nicht? Greenpeace und der WWF haben Ratgeber herausgebracht, wonach sich Verbraucher orientieren können. Der WWF klassifiziert Fisch nach einem Ampelsystem und unterscheidet in “annehmbar” (gute Wahl), “bedenklich” (zweite Wahl) und “kritisch” (schlechte Wahl). Danach sind beispielsweise
eine gute Wahl:
Alaska Seelachs aus dem Nordost-Pazifik, Hering, Sardinen aus dem Nordost-Atlantik, Zander aus Westeuropa und Makrele aus dem Nordost-Atlantik
zweite Wahl:
Dorade aus dem Mittelmeer, Schellfisch aus der Nordsee und Viktoriabarsch aus Afrika
schlechte Wahl:
Aal (sowohl Zucht wie auch Wildfang), Thunfisch, Kabeljau aus der Ostsee (Dorsch), Heilbutt aus dem Nordost-Atlantik und Lachs aus Chile, dem Nordost-Atlantik und West-Pazifik.
See- und Süßwasserfische sind hochwertige Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an leichtverdaulichem Eiweiß. Fisch enthält aber auch Fett. Zu den mageren Fischsorten zählen Barsch, Forelle, Hecht, Heilbutt, Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch, Scholle, Seezunge, Steinbeißer, Steinbutt und Zander.
Zu den fetten Sorten gehören Aal, Hering, Lachs und Makrele, die sollten nicht so häufig auf Ihrem Speisezettel stehen. Lachs und Makrele sind reich an speziellen Fettsäuren - und sind trotz Fettgehalt besonders wertvoll. Seefisch ist eine besonders gute Jodquelle. Deinen Bedarf an Jod (wichtig für die Schilddrüse, die Schaltstelle für Deinen gesamten Stoffwechsel) kannst Du decken, wenn Du regelmäßig Seefisch isst.
Tiefgekühlter Fisch - meistens Seefisch - wird auf den Fangschiffen verarbeitet, filetiert und sofort eingefroren. das bedeutet, dass wichtige Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben. Tiefgekühlter Fisch hält sich in der Tiefkühltruhe etwa 2-5 Monate. Nach dem Auftauen sollte er allerdings sofort zubereitet und verzehrt werden. frischen Fisch solltest Du spätestens einen Tag nach dem Kauf verbrauchen.