Wer abnehmen will, sollte seinen Erfolg nicht nur mit der Waage messen, sondern sollte zusätzlich das Maßband um Bauch und Frauen auch an der Hüfte anlegen und dann den Körperfettanteil berechnen. Betreibt man viel Sport, kann Muskelmasse aufgebaut werden, die schwerer ist als Fett. Es verändert sich dann die Körperzusammensetzung zum Positiven, aber dieser Erfolg ist meist auf einer einfachen Waage nicht sichtbar. Dennoch ist der Erfolg messbar, denn die Umfänge an den verschiedenen Körperstellen werden reduziert.
Körperfett zu Hause berechnen?
Auch wenn eine medizinische Untersuchung unter Laborbedingungen den exakten Körperfettanteil bestimmt, so gibt es auch für Normalverbraucher einfache Lösungen. Wenn wir von Körperfett sprechen müssen wir zunächst feststellen, dass es zwei Arten von Fett gibt, die der Körper speichert. Der bekanntere Teil ist das Speicherfett, das der Körper als Notfallreserve für schlechte Zeiten anlegt. Es ist allgemein bekannt und braucht an dieser Stelle wohl nicht näher besprochen zu werden. Interessanter ist das so genannte Baufett, das der Körper zwischen Organen und an mechanisch stark beanspruchten Stellen einlagert, um das empfindlichere Gewebe zu schonen. Bau- und Speicherfett haben unterschiedliche Farben: Speicherfett ist weiß (wie in einem Speckstreifen), Baufett braun. Während das Speicherfett jederzeit vollständig verbraucht werden kann – dafür ist es schließlich da - darf das Baufett nicht angegriffen werden, weil sonst der Körper nicht mehr problemlos funktionieren kann. Bei Männern wird das Speicherfett besonders im Bauchbereich gesammelt, bei Frauen besonders an Hüften und Oberschenkeln.
Alle Körperfettmessungen erfassen beide Sorten von Fett gemeinsam. Wir brauchen also Grenzen, die wir nicht mit unseren Messwerten durchbrechen sollten, weder nach oben noch nach unten. Du solltest also keinesfalls einfach versuchen, einen möglichst geringen Körperfettanteil zu erreichen, sondern nur, Dich der unteren Grenze möglichst weit zu nähern.
Der normale Anteil von Körperfett liegt bei Männern zwischen 8 und 27%, bei Frauen bei 12 bis 35%. Männliche Sportstudenten haben im Schnitt einen Fettanteil von 13 bis 15%, weibliche Sportlerinnen 21-23%. Je älter der Probandist, desto höher wird sein Fettanteil liegen.
Die Körperfettwaage
Körperfettwaagen senden einen sehr schwachen, ungefährlichen Strom durch die Füße. Der elektrische Widerstand, der so gemessen werden kann, hängt vom Anteil an Muskeln und Fett im Gewebe ab und kann deshalb in einen Körperfettwert umgerechnet werden. Dieses Verfahren ist schnell und einfach, aber sehr ungenau. Selbst Schweißfüße oder eine volle Blase verändern die Ergebnisse, weil sie den Strom besser leiten. Außerdem wird auf diese Weise nur der Fettgehalt des Unterkörpers gemessen, weil der Strom den kürzesten Weg wählt, also den Oberkörper völlig auslässt.
Die Body-Impedanzmessung(BIA)
– misst auch den elektrischen Widerstand und ist schon viel genauer als die Körperfettwaage.
Umfangmessungen
Die Messung mit Körperumfängen ist ebenfalls sehr einfach und bereits wesentlich genauer. Ein Maßband und eine Waage reichen, um einen guten Eindruck vom eigenen Zustand zu bekommen. Diese Methoden sind gut geeignet, wenn es um einen raschen Überblick geht. Wegen der unterschiedlichen Verteilung des Speicherfetts bei Männern und Frauen gibt es unterschiedliche Formeln für die beiden Geschlechter.
Hautfaltenmessung
Die Messung der Falten ist recht einfach. An der betreffenden Körperstelle setzt der Messleiter Daumen und Zeigefinger etwa einen Zentimeter ober- und unterhalb des Messpunkts an, bildet mit den Fingern ein O und zieht die Haut senkrecht vom Körper weg. Dadurch bleibt nur die Fettschicht, die unter der Haut liegt, zwischen den Fingern und kann mit einer speziellen Zange, dem Caliper, gemessen werden.
Die Ergebnisse werden entweder in passende Formeln eingesetzt oder aus Tabellen abgelesen, die den Messzangen meist beiliegen. Gemessen wird an verschiedenen Stellen des Körpers. Um die Ergebnisse zu verbessern sollten alle Stellen drei Mal gemessen und dann der Mittelwert in die Formel eingesetzt werden.
Es gibt übrigens eine äußerst zuverlässige und vollkommen einfache Methode für jeden: Der Blick in den Spiegel!
Oder noch besser, fertige in regelmäßigen Abständen Fotos von Dir an. Du wirst erstaunt sein, wie gut man Fortschritte erkennen kann, die einem die Körperfettmessungen oder der BMI nicht aufzeigen können.