Appetit, Hunger oder Gusto?

Appetitsteuerung


Mit der richtigen Vorbereitung hat jeder von uns das Zeug zum Vielfraß, denn unser Appetit lässt sich steuern. Das heißt, du hast die Möglichkeit zu beeinflussen, wieviel Appetit du hast. Du hast es also selbst in der Hand, wieviel du isst!

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, mehr zu essen als nötig: Entweder du blockierst die Sättigung oder du regst deinen Appetit an. Letzteres lässt sich ganz einfach bewerkstelligen: Ein möglichst hochprozentiger Aperitif regt die Magensäure an – und das macht dich hungrig.


Hungern kann Deinen Appetit hemmen – und ihn dann explodieren lassen

Langfristiges Hungern kann sich äußerst nachteilig auf dein Hungergefühl und dein Essverhalten auswirken. Deshalb bringt eine Hungerkur, in der du kurzfristig sicherlich Gewicht verlierst, auf Dauer mehr Nachteile als Vorteile.

Im sogenannten „Minnesota-Experiment“ von 1945 bekamen 36 Versuchspersonen für einige Monate nur die Hälfte einer normalen Kalorienration. Schon bald zeigten sich deutliche Veränderungen: Alles drehte sich bei Ihnen nur noch ums Essen, sie wurden depressiv und aggressiv. Auch nach Beendigung der Studie ließ der Hunger der Studienteilnehmer einfach nicht mehr nach. In regelrechten Fressorgien aßen Sie unheimliche Mengen, als ob ihr Körper nach den Hungermonaten keine Sättigung mehr kennen würde. 

Nach dem Vorbild der Doku „Super Size Me“ haben 2006 schwedische Forscher Medizinstudenten mit Fastfood gemästet. Dabei stießen sie auf ein natürliches Schutzprogramm gegen Übergewicht:

Hormone als Appetitregler

Das Hormon Ghrelin wird vom Magen an die Blutbahn abgegeben und regelt dadurch den Appetit. Nach einer klassischen Diät enthält das Blut mehr Ghrelin. Dadurch ist das Hungergefühl viel ausgeprägter als zuvor.

Ghrelin dürfte mit ein Grund sein, warum es nach einer Diät schwierig sein kann, das Gewicht ohne Bewegung und nachhaltige Ernährungsumstellung zu halten. 

Gänzlich umgekehrt wirkt das Hormon Leptin. Von Fettzellen produziert, verringert bzw. stoppt es den Appetit, indem es dem Gehirn meldet, wenn der Körper genug hat. Deshalb wurde es auch in der Pharmaindustrie als Grundstoff für eine Abnehmpille gehandelt. Das dies nicht funktioniert, wissen wir inzwischen. Bei stark übergewichtigen Menschen kann es sein, dass der Leptin-Regelkreis nicht mehr stimmig ist und der Körper das Hungergefühl nicht mehr dosieren kann.

 
„Tanke den richtigen Kraftstoff“ – d. h. greife zu fitmachenden Nahrungsmitteln und iss nur, was dir wirklich schmeckt.

Bevor du beginnst zu essen, überlege kurz: Bin ich wirklich hungrig?

Wenn nein:Lohnt es sich wirklich, dieser Versuchung jetzt nachzugeben?

Wenn ja: Genieße das Essen mit Lust und Hingabe, ganz ohne schlechtes Gewissen, aber mit Maß und Ziel.