
Ernährungsverhalten verändern
Das Ernährungsverhalten hat sich in den letzten 50 Jahren stark verändert. "Freß-", "Vollwert“, "Diät-", "Light-" und "Fast Food-Welle" sind einige Schlagworte der letzten 50 Jahre.
Functional Food, Convenience-, Wellness- und Bioprodukte, Ethnofood und Snacking wird künftig unser Essverhalten prägen.
Zwischenmahlzeiten werden hauptsächlich am Nachmittag, als Ersatz für das Abend- oder Mittagessen, während einer Lern- oder Arbeitspause und am Vormittag eingenommen. Die Gründe für eine Zwischenmahlzeit sind Gusto, Hunger und Gewohnheit. Kleine kalte Speisen (z. B. Wurstsemmel), "gesunde" Speisen (Obst, Gemüse), Brot, Semmeln und Gebäck sowie Fast Food stehen dabei auf dem Speisezettel. Süßspeisen und Naschwaren sind laut Umfragen bei 83 % der Befragten beliebt.
Ist der Körper dann aus der Form geraten, gibt es gute Gründe keine Diät zu machen, sondern das Ernährungsverhalten zu verändern.
Der übliche Jojo-Effekt und die auf lange Sicht gesehene Erfolglosigkeit wiederholter Crash-Diäten, werfen natürlich die Frage auf, wie man die überflüssigen Kilos denn nun dauerhaft los wird. Das Ziel einer Gewichtsreduktion sollte nicht sein, möglichst viel in kurzer Zeit abzunehmen sondern langsam und beständig. Ein Minus auf der Waage von max. ½ bis 1 kg pro Woche ist vollkommen ausreichend. Durch ein langsames, aber kontinuierliches Abspecken werden problematische Gewichtsschwankungen vermieden. Erster Schritt in die richtige Richtung ist, sich über sein eigenes Ernährungsverhalten Gedanken zu machen.
Das Tagebuch gibt Dir hierfür Gelegenheit!
Die meisten wissen bestens Bescheid über eine gesunde Ernährung. Sie können genau sagen, welche Lebensmittel dazu gehören und welche gemieden werden sollten. Doch scheinbar hapert es an der praktischen Umsetzung. Wer gibt schon gerne liebgewonnene Gewohnheiten auf und macht sich die Mühe neue Dinge auszuprobieren? Dennoch ist eine Ernährungsumstellung unabdingbar. Nur so ist es in der Regel möglich, ein gesünderes Gewicht zu erreichen und dies auch langfristig zu halten.
Veränderungen passieren am besten schrittweise. Wähle sorgfältig Deine Ziele aus und Du wirst Dich wundern, wie erfolgreich dieser langsame Weg sich darstellen wird.
Neben der Änderung des Ernährungsverhaltens ist die Bewegung eine wichtige Säule für die Gewichtsreduktion. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine begleitende regelmäßige körperliche Aktivität zunächst dazu führen kann, dass der Gewichtsverlust sehr schleichend voran geht, da es neben der Verminderung der Fettmasse zu einer Zunahme der Muskelmasse kommt. Auf die Dauer gesehen, wird die Gewichtsreduktion aber unterstützt, da der Energieverbrauch durch die Zunahme der Muskelmasse steigt. Die sportlichen Aktivitäten sollten langsam gesteigert werden.
Wusstest Du, dass Du Energieüberschuss zweifach abbauen kannst: Reduziere beispielsweise 250 kcal täglich an Nahrungsenergie und verbrauche zusätzlich 250 kcal an zusätzlicher Bewegung!
250 Kcal Nahrungsenergie liefern: | So verbrauchst Du 250 kcal zusätzlich: |
½ Liter Cola oder Limonade | 30 Min. Fahrrad fahren |
½ Liter Bier | 30 Min. Schwimmen (langsam) |
1 Hamburger | 30 Min. Joggen |
1 Portion Pommes frites (klein) | 30 Min. Tennis |
1 ½ Esslöffel Mayonnaise 82% Fett (ca. 35 g) | 30 Min. Skilanglauf (langsam) |
70 g Salami (ca. 7 kleine Scheiben) | 30 Min. Aerobic |
40 g durchwachsener Speck | 50 min. Spazieren gehen (schnell) |
½ Tafel Schokolade | 60 Min. Gartenarbeit |
1 Blätterteigstückchen | 60 min. Tanzen (mittel) |
50 g Erdnussflips oder Chips |
Flexible Verhaltenskontrolle
Rigide Vorschriften zur Verhaltenskontrolle (z. B. Kalorien zählen) haben sich als kontraproduktiv herausgestellt. Starre Vorschriften lassen sich nicht durchgängig einhalten. Resultat ist das Gefühl der Unfähigkeit und untergräbt jegliche Motivation. Ein langfristig erfolgreiches Training des Essverhaltens gelingt mit der flexiblen Verhaltenskontrolle, die einen überschaubaren Zeitraum setzt und Korrekturen des Verhaltens zulässt, damit die Gegenregulation vermieden wird. Eine kleine kulinarische Sünde ab und zu ist nicht verboten - im Gegenteil. Wenn man sich immer nur alles verkneift, hält man garantiert nicht durch. Starre Ver- und Gebote lassen sich einfach nicht auf Dauer durchhalten.
Und nach dem vermeintlichen Versagen geben viele ihr Vorhaben gleich ganz auf.
Streiche alle Worte wie nie, niemals, ab sofort aus Deinen Sprachschatz im Zusammenhang mit meiner Ernährung. Mit Lebensmitteln Deiner Begierde verfahre so, dass Du Dir selbst eine gewisse Menge pro Woche erlaubst.
Versuche z. B. bei Einladungen die Nachspeise nicht aufzuessen.
In den Ernährungszielen findest Du noch mehr passende Strategien.