
Eiweiß und seine besondere Rolle
Eiweiß sättigt, und viel davon wird für den Stoffwechsel verbraucht.
Von den Affen abgeschaut: Das Ernährungsverhalten südamerikanischer Klammeraffen weist auf die evolutionäre Prägung menschlicher Essgewohnheiten hin. Die Neuweltaffen decken immer die selbe Energiemenge über die Aufnahme von Proteinen, gleichgültig, wie viel ein bestimmtes Nahrungsmittel davon enthält.
Von proteinreicher Kost fressen diese Tiere deshalb weniger als von eiweißarmer. Eine ähnliche Rückkopplung ist auch beim Menschen bekannt: Proteine sättigen besser als Fett und Kohlenhydrate. Eiweißenergie wird teilweise in Wärme übergeführt und steht der Hüfte nicht mehr zur Verfügung!
Hitziges Eiweiß
Überschüssiges Eiweiß wird nicht gespeichert, sondern führt zur sogenannten Thermogenese, wird also einfach verheizt. Jeder kennt sicher den Hitzeschub während einer üppigen Mahlzeit. Bei einer eiweißreichen Mahlzeit ist dieser Effekt am größten.
Eiweiß als Hungerbremse
Essen ist wichtig, aber wer tatsächlich Körperfett reduzieren möchte, sollte dies nachhaltig und daher langsam tun, das kann man nur durchhalten, wenn man nicht ständig hungert. Dabei hilft das Eiweiß. Denn Eiweiß hat einen besseren Sättigungswert als die anderen Nährstoffe. Und das liegt daran, dass wir lange damit zu tun haben. Ein großes Steak zum Beispiel beschäftigt unseren Magen vier bis acht Stunden lang. Der gefüllte Bauch sendet währenddessen ans Gehirn freundliche Sättigungssignale. Im Gegensatz zu Pasta, Kuchen oder Burger kommt nicht so schnell wieder Hunger auf. Außerdem enthält Eiweiß Aminosäuren (z. B. Tryptophan und Tyrosin), die an der Bildung sättigen der Hirnbotenstoffe beteiligt sind.
Die richtige Kombi macht es aus:
Weitere Faktoren, die die Sättigung verbessern, sind ein hoher Ballaststoffgehalt und das Volumen der Speisen. Günstig ist also die Kombination von Nahrungsmitteln, die diese drei Faktoren mitbringen, zum Beispiel ein gegrilltes Steak mit Kidneybohnen und Salat (Eiweiß, Volumen, Ballaststoffe) oder Geflügel mit gedämpftem Gemüse.
Ran ans Fett und wertvolle Muskelmasse bewahren
Vor allem Crashdiäten greifen die Muskulatur an. Man bedenke: statt Fett abzubauen, verliert der Körper wertvolle Muskelmasse. Das Gewicht vermindert sich zwar zunächst, aber dann sinkt der Kalorienbedarf, und man nimmt gleich wieder zu, obwohl man nicht mehr isst. Eiweißreiche Kost verhindert den Muskelabbau.Besonders die Aminosäure Leucin (enthalten zum Beispiel in Vollmilch, Ei oderRindfleisch) scheint zu verhindern, dass Muskelmasse angegriffen wird.
Förderlich für den Fettabbau
Kohlenhydratreiche Mahlzeiten lassen den Insulinspiegel ansteigen und fördern die Fetteinlagerung. Um den Fettabbau nicht zu blockieren, sollte die Insulinausschüttung möglichst niedrig gehalten werden. Das ist bei einer Mahlzeiten die viel Eiweiß enthält der Fall und gilt vor allem für abends. Ideal für ungehemmte Fettverbrennung und ungestörten Regenerationsstoffwechsel über Nacht ist eine eiweißreiche Abendmahlzeit, die nicht zu spät verzehrt wird – etwa Fischfilet mit Gemüse oder Blattsalat mit Schafskäse.
Aber Achtung: Bei einer „Überdosis“ wirkt auch Eiweiß als Dickmacher und macht insulinresistent!